Kandidatenzüge sind die wenigen ernsthaften Möglichkeiten, die du vor einer Entscheidung genauer berechnest. Eine gute Auswahl verbindet zwingende Züge mit der Stellungsbewertung: Schachs, Schlagzüge und Drohungen gehören auf die Liste, aber auch eine wichtige Verteidigung oder eine ruhige Verbesserung.
Ein konkretes Beispiel
Dein Gegner droht Matt. Du prüfst einen Königszug, einen Verteidigungszug und ein eigenes Schach. Ein attraktiver Bauerngewinn ist kein sinnvoller Kandidat, wenn er die Mattdrohung nicht abwehrt und auch keinen stärkeren zwingenden Angriff erzeugt.
Ein typischer Fehler
Den ersten plausiblen Zug sofort ausführen oder nur eigene Angriffe berechnen. Ein Kandidat ist erst geprüft, wenn du die stärkste gegnerische Antwort gesucht hast. Zu viele Varianten können bei knapper Zeit ebenfalls schaden.
So übst du es bei deiner nächsten Analyse
Benenne zuerst die gegnerische Drohung. Wähle zwei bis drei realistische Züge und berechne jeweils die stärkste Antwort. Vergleiche dann die entstehenden Stellungen, bevor du dich entscheidest.